Katzenfutter – Was steckt wirklich drin?

Eine ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zu einem gesunden und langen Leben. Das ist bei Katzen nicht viel anders als beim Menschen. Das Angebot an Katzenfutter ist groß. Aber welches davon ist wirklich artgerecht und erfüllt die Bedürfnisse der Samtpfoten? Wer die Deklaration versteht, kann geeignetes Katzenfutter für seine Miezen auswählen.

Katzenfutter

Katzenfutter erzielt mehr als 1,6 Milliarden Euro Umsatz

Katzen sind hochspezialisierte Beutegreifer. In freier Natur fressen sie kleine Nager wie Mäuse, außerdem Vögel und gelegentlich Insekten. An pflanzlicher Nahrung nehmen sie nur den Mageninhalt ihrer Beutetiere zu sich. Eine artgerechte Katzenernährung orientiert sich so nah wie möglich an der natürlichen Beute. Am besten gelingt dies mit BARF, der biologisch-artgerechten Rohfütterung. Nicht jeder Katzenhalter kann oder möchte seine Tiere jedoch mit rohem Fleisch ernähren. Viele greifen daher auf fertige Katzennahrung zurück.

Katzenfutter gibt es im Supermarkt, im Zoofachhandel und im Internet. Mit fertigem Katzenfutter erzielte der Fach- und Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2016 einen Umsatz von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Der Großteil entfiel dabei auf Feuchtfutter mit einem Umsatz von 1,07 Milliarden Euro. Für Trockenfutter gaben Katzenhalter immerhin noch 296 Millionen Euro aus, der Rest landete in Form von Snacks im Einkaufskorb.

Das große Sortiment an Katzenfutter ist für viele Katzenhalter kaum zu überblicken. Allein beim Feuchtfutter reicht die Auswahl von der 400g-Dose aus dem Supermarkt für 40 Cent bis hin zur Dose aus dem Online-Zoobedarf, die schon einmal das Vier- oder Fünffache kostet. Wer wirklich artgerechtes Katzenfutter kaufen möchte, muss die Deklaration auf den Packungen verstehen und wissen, welche Inhaltsstoffe für Katzen wichtig sind.

Nassfutter oder Trockenfutter?

Wer seine Katze gesund ernähren möchte, steht vor der Wahl zwischen Nassfutter und Trockenfutter. Katzen decken ihren Flüssigkeitsbedarf hauptsächlich über die Nahrung und sind eher trinkfaul. Feuchtfutter kommt diesem natürlichen Verhalten wesentlich näher. Bei einer Ernährung mit Trockenfutter schaffen es viele Katzen nicht, ihren Flüssigkeitsbedarf ausreichend zu decken und sind ständig dehydriert. Das belastet die Nieren. Trockenfutter quillt zudem im Magen auf und sättigt erst spät. Katzen nehmen dadurch häufig mehr Energie auf, als sie benötigen, was zu Übergewicht führt. Wer dennoch zu Trockenfutter greift, sollte seiner Katze verschiedene Trinkmöglichkeiten wie Näpfe und Brunnen anbieten.

Katzenfutter-Deklaration verstehen: Was sind „tierische Nebenerzeugnisse“?

Als reine Karnivoren sind Katzen darauf spezialisiert, Fleisch zu verdauen. Fleisch sollte daher auch den Hauptbestandteil von Katzenfutter ausmachen. Je weiter vorn eine Zutat in der Zusammensetzung steht, umso mehr davon befindet sich im Produkt. Häufig findet sich auf Katzenfutter jedoch die Angabe „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. Was ist darunter zu verstehen?

Bei tierischen Nebenerzeugnissen handelt es sich zumeist um Reste aus der Lebensmittelherstellung für Menschen. Das können Innereien wie Pansen, Lunge und Niere sein, aber auch Fell und Knochen, Haut, Wolle und Federn ebenso wie Hufe und Schnäbel der verarbeiteten Tiere. Da Katzen in freier Natur ganze Beutetiere fressen, ist ein gewisser Prozentsatz tierischer Nebenerzeugnisse im Katzenfutter nicht weiter bedenklich. Tatsächlich brauchen Katzen nicht nur Muskelfleisch, sondern eben auch Innereien und Bindegewebe sowie Knochen. Problematisch wird es jedoch, wenn sich nicht nachvollziehen lässt, wie viele und welche tierischen Nebenerzeugnisse genau im Katzenfutter stecken. Für die Hersteller sind tierische Nebenerzeugnisse weit günstiger als Fleisch, was sich auch im vergleichsweise geringen Preis für den Verbraucher niederschlägt. Die Katze muss von diesem Katzenfutter aber wesentlich mehr fressen, um ihren Nährstoffbedarf zu decken.

Katzenfutter mit nur vier Prozent Fleisch?

Eine weitere Angabe, die viele Katzenhalter verwirrt: „Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen (mind. 4% Rind)“. Das bedeutet nun nicht, dass dieses Katzenfutter insgesamt nur vier Prozent Fleisch enthält. Vielmehr heißt dies, dass mindestens vier Prozent aller enthaltenen tierischen Bestandteile vom Rind stammen. Die restlichen tierischen Bestandteile setzen sich aus Fleisch zusammen, das der Hersteller gerade günstig von den Schlachthöfen beziehen konnte, zum Beispiel Schwein oder Huhn. So kann der Hersteller die Zusammensetzung nach dem günstigsten Angebot richten, ohne die Deklaration ändern zu müssen. Katzenhalter können so allerdings nur schwer nachvollziehen, welches Fleisch wirklich im Katzenfutter steckt.

Was sind „pflanzliche Nebenerzeugnisse“?

Neben tierischen Nebenerzeugnissen enthalten einige Katzenfutter auch pflanzliche Nebenerzeugnisse. Dabei handelt es sich um Rückstände, die zum Beispiel bei der Herstellung von Speiseöl oder anderen Getreideerzeugnissen anfallen. Das Katzenfutter enthält also Stängel, Kerne und Gehäuse von Sojakeimen, Weizen, Mais oder auch Erdnüssen. Es kann sich auch um verarbeitete Getreideprodukte wie Brot oder Nudeln handeln.

Geschmacksverstärker und Zucker

Einige Katzenfutter enthalten Zucker. Katzen können süßen Geschmack an sich zwar nicht wahrnehmen, Zucker verstärkt aber den Geschmack anderer Inhaltsstoffe. Zucker verbirgt sich auch hinter Zutaten wie Melasse, Sirup und Karamell. Fructose ist Fruchtzucker, Maltose Malzzucker, Glukose und Dextrose sind andere Begriffe für Traubenzucker. Oligofruktose und Frukto-Oligosaccharide stehen für Mehrfachzucker und Zuckeraustauschstoffe.

Für Katzen ist Zucker im Katzenfutter bestenfalls unnötig. Im schlechtesten Fall begünstigt Zucker die Entstehung von Zahnstein und führt zu Übergewicht. Weitere Geschmacksverstärker verbergen sich hinter den E-Nummern E620 bis E650. Auch diese sind für gutes Katzenfutter überflüssig.

Farbstoffe und Verdickungsmittel

Nicht wenige Hersteller versuchen, Katzenfutter durch den Zusatz von Farbstoffen attraktiver aussehen zu lassen. Zucker kann als solch ein Farbstoff dienen, weitere Farbstoffe lassen sich an den E-Nummern E100 bis E180 erkennen.

Verdickungsmittel sollen dem Katzenfutter eine festere Konsistenz verleihen. Außerdem sollen sie als Füllstoffe zu einer schnelleren Sättigung führen. Bei hochwertigem Katzenfutter ist dies nicht nötig, Verdickungsmittel deuten daher auf eher minderwertiges Futter hin. Verdickungsmittel sind zum Beispiel Johannisbrotkernmehl, Maisgluten und Guakernmehl. Weitere verbergen sich hinter den E-Nummern E222 und E400 bis E495.

Braucht Katzenfutter Konservierungsstoffe?

Fertiges Katzenfutter wird konserviert, also haltbar gemacht. Bei Feuchfutter geschieht dies durch Kochen, bei Trockenfutter durch die Trocknung. Ganz ohne Konservierungsstoffe würde das Futter aber dennoch schnell schlecht. Als unbedenkliche Konservierungsstoffe gelten Vitamin C und E. Unnötig sind dagegen künstliche Konservierungsstoffe mit E-Nummern zwischen E200 und E297.

Wie sieht die Zusammensetzung von empfehlenswertem Katzenfutter aus?

Die Deklaration eines guten Katzenfutters zeichnet sich durch präzise Angaben aus. Katzenhalter können genau erkennen, welche Zutaten in welchem Verhältnis im Futter stecken. Auf dem Etikett steht dann zum Beispiel: „70% Fleisch, davon 40% Huhn, 30% Pute.“ Eine weitere Möglichkeit: „70% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 65% Putenfleisch, 5% Leber)“.

Der Anteil pflanzlicher Bestandteile im Katzenfutter sollte möglichst gering sein und fünf Prozent nicht überschreiten. Pflanzliche Zutaten wie Soja oder Mais sollen meist den Proteingehalt verbessern, wenn wenig Muskelfleisch im Futter steckt. Als reine Fleischfresser können Katzen die langkettigen Kohlenhydrate aus Pflanzen aber nicht verdauen. Langfristig wirkt sich ein hoher Anteil pflanzlicher Bestandteile im Katzenfutter negativ auf die Organe aus. Einige pflanzliche Zutaten wie Mais, Weizen und Soja können zudem Allergien auslösen. Besser als Soja, Weizen oder Mais eignen sich Reis und Kartoffeln. Auch die pflanzlichen Zutaten sollten in der Deklaration genau aufgeschlüsselt sein.

Welche Zutaten sollten sonst noch im Katzenfutter enthalten sein?

Viele Zusatzstoffe braucht die Katze nicht. Ein gutes Katzenfutter deckt den Nährstoffbedarf über einen hohen Gehalt an Fleisch und Innereien. Ein Teil der Vitamine und Mineralstoffe geht jedoch bei der Haltbarmachung verloren. Daher setzen Hersteller auch hochwertigem Katzenfutter oft Vitamine zu.

Sehr wichtig für die Katzengesundheit ist Taurin. Die Katze braucht Taurin für ihren Stoffwechsel. Taurin stärkt zudem das Herz und wirkt sich positiv auf die Sehkraft aus. Fleisch und Innereien, vor allem Herz, enthalten von Natur aus Taurin, ein Teil davon geht jedoch beim Erhitzen verloren. Fertigem Katzenfutter wird daher Taurin zugesetzt. Es gibt sehr viele unterschiedliche Meinungen darüber, wie viel zusätzliches Taurin im Katzenfutter sein sollte. Üblich sind Zusätze zwischen 400 und 2500 mg pro Kilogramm Futter. Schäden durch Überdosierung sind nicht bekannt.

Katzenfutter: Was verraten die Analysewerte?

Neben der Zutatenliste findet sich auf Katzenfutter-Verpackungen auch die Aufschlüsselung der Analysewerte. Diese Werte sollen zeigen, wie viel Protein, Fett, Mineralstoffe und Ballaststoffe im Futter enthalten sind.

Rohprotein ist der Wert an reinem Protein, der im Katzenfutter enthalten ist. Bei Feuchtfutter gilt ein Rohproteinwert zwischen fünf und 15 Prozent als empfehlenswert. Allerdings zeigt der Rohproteinwert allein noch nicht an, welche Zutaten das Protein liefern. Damit Katzen es überhaupt verwerten können, sollte das Protein aus tierischen Bestandteilen stammen.

Katzen beziehen einen großen Teil ihrer Energie aus Fett. Der Anteil an Rohfett im Katzenfutter darf daher ruhig bei fünf bis acht Prozent liegen. Tierische Fette sind pflanzlichen Fetten vorzuziehen.

Der Rohasche-Wert gibt den Gehalt an Mineralstoffen an. Für Nassfutter gilt ein Wert zwischen 1,5 und zwei Prozent als empfehlenswert. Wichtig ist es auch, einen Blick auf das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor zu werfen. Für einen gesunden Knochenbau und eine gute Nierenfunktion liegt dieses optimalerweise bei 1,2 zu 1. Das Verhältnis von Kalium zu Natrium sollte bei 2,1 zu 1 liegen.

Rohfaser schließlich bezeichnet die im Futter enthaltenen Ballaststoffe. Dabei handelt es sich um Fasern, die Katzen nicht verdauen können. Bei Feuchtfutter liegt der Anteil im besten Fall unter einem Prozent.

Katzenfutter: Auf die Dosierungsempfehlung achten

Wer seiner Katze etwas Gutes tun möchte, sollte bei der Auswahl des Katzenfutters letztlich auch auf die Dosierungsempfehlung achten. Eine geringe Dosierungsempfehlung weist auf eine hohe Nährstoffdichte hin. Ein Futter, von dem eine 5 kg schwere Katze laut Hersteller 200 Gramm am Tag fressen muss, ist also hochwertiger als ein Futter, von dem die Katze 350 Gramm am Tag braucht.

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