Was will die Katze sagen? Katzensprache richtig deuten

Wer an Katzensprache denkt, denkt meist an Lautäußerungen wie „Miau“. Vielleicht auch ans Schnurren, mit dem Katzen Wohlbefinden ausdrücken. Die Katzensprache ist jedoch wesentlich komplexer. Lautsprache nutzen die Miezen hauptsächlich zur Verständigung mit dem Menschen. Untereinander kommunizieren sie per Körpersprache. Wer die Katzensprache richtig deutet, erkennt schnell, wie es seinen Stubentigern geht.

Katzensprache

Die Lautsprache der Katzen: Maunzen und Miauen

Die Katze macht „Miau“? Tatsächlich nutzen erwachsene Katzen kaum Lautsprache, um untereinander zu kommunizieren. Kitten maunzen, um die Aufmerksamkeit ihrer Mutter zu bekommen. Katzenmütter gurren ihre Kätzchen manchmal zärtlich an. Kämpfende Katzen können drohend fauchen, knurren oder zur Abschreckung kreischen. Das typische „Miau“ allerdings setzen Katzen in erster Linie ein, um sich ihrem Menschen gegenüber verständlich zu machen.

Miaut die Mieze, will sie in aller Regel Aufmerksamkeit. Durch diese Form der Katzensprache fordert sie Futter ein, Streicheleinheiten oder Beschäftigung. Je dringender der Wunsch ist, umso lauter fällt das Miauen aus.

Einige Katzen sind nun deutlich gesprächiger als andere. Insbesondere Siamkatzen gelten als sehr mitteilungsbedürftig und kommentieren fast alles, was um sie herum geschieht. Maine Coons lassen dagegen eher ein sanftes Gurren erklingen, das an Tauben erinnert. Aber auch Hauskatzen können sich eine komplexe Lautsprache angewöhnen, um sich mit ihrem Menschen zu verständigen. Wird viel mit den Katzen geredet, machen sich die Samtpfoten oft auch häufiger per Lautsprache bemerkbar.

Lautsprache: Wenn Katzen schnurren

Das Schnurren ist für viele Katzenfans die schönste Form der Katzensprache. Der gleichmäßige, brummende Ton und die Vibrationen beruhigen und lassen den Alltragsstress vergessen. Forscher wollen sogar herausgefunden haben, dass dieser Form der Lautsprache eine heilsame Wirkung ausgeht. Die Frequenz von 22 bis 30 Hertz soll die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen. Sogar Knochenbrüche soll das Schnurren schneller heilen lassen.

Meistens drücken schnurrende Katzen Wohlbefinden aus. Ganz entspannt genießen sie Streicheleinheiten oder eine ihrer vielen Ruhepausen. Katzen schnurren allerdings auch, um sich selbst zu beruhigen. Schnurrt die Katze beim Tierarzt, heißt das zum Beispiel keinesfalls, dass sie sich dort wohlfühlt. Vielmehr ist sie gerade gestresst und möchte wieder zur Ruhe kommen. Auch bei Schmerzen und Verletzungen lassen Katzen ihr Schnurren hören – vermutlich wegen der erwähnten Selbstheilungskräfte. Wer das Schnurren seiner Katze richtig deuten möchte, sollte daher auch auf ihre Körpersprache achten.

Katzensprache: Drohungen und Warnsignale

Lautsprache nutzen Katzen auch für Drohungen und Warnungen. Das Fauchen dient in der Katzensprache zum Beispiel als deutliches Warnsignal. Die Katze zeigt damit an, dass sie in Ruhe gelassen werden möchte. Mittels Fauchen zeigen Katzen aber auch, dass ihnen etwas Angst macht. Faucht die Katze, sollte man sie in Ruhe lassen und ihr Raum geben, um sich zu entspannen.

Knurrt die Katze, ist dies schon mehr als eine Warnung. Durch ihr Knurren zeigt die Mieze deutliche Angriffsbereitschaft. Wer das Knurren ignoriert, muss sich nicht wundern, wenn die Katze mit der Pfote zuschlägt. Kämpfen Katzen ernsthaft untereinander, lassen sie oft lautes Geschrei erklingen. Das kann sich bis zu einem hohen Jaulen steigern. Jaulen drückt zudem Angst und Unwohlsein aus.

Die Körpersprache der Katze: Ausdrucksstarke Mimik

Zur Kommunikation untereinander setzen Katzen mehr auf Körpersprache als auf Lautsprache. Ein Vorurteil besagt, dass Katzen keine Mimik hätten. Katzenfans wissen es besser und haben schon oft beobachtet, wie ausdrucksstark das Gesicht der Katze sein kann. Tatsächlich findet ein großer Teil der Katzensprache über die Mimik statt. Wichtige Mittel der Körpersprache sind Augen und Ohren.

Anstarren gilt unter Katzen als unhöflich. Starren zeigt in der Regel Angriffsbereitschaft. Über Starrwettbewerbe messen Katzen sich untereinander – möchte die unterlegene Katze eine Auseinandersetzung vermeiden, schaut sie zur Seite und drückt damit Friedfertigkeit aus. Dreht die Katze einem Menschen den Rücken zu, zeigt sie damit keineswegs Desinteresse, sondern bringt zum Ausdruck, wie sehr sie dem Menschen vertraut. Freundlich gestimmte Katzen blinzeln ihr Gegenüber an.

Auch über die Pupillen lässt sich ablesen, wie die Katze gestimmt ist. Katzen weiten ihre Pupillen zum Beispiel bei der Jagd, um jedes noch so kleine Detail wahrnehmen zu können. Auch bei Angst und Anspannung vergrößern sich die Pupillen. Kneift eine wache Katze die Augen zu kleinen Schlitzen zusammen, ist sie angriffslustig gestimmt. Bei ruhenden Katzen deuten zusammengekniffene Augen dagegen eher auf Müdigkeit hin.

Die Ohren sind ein weiteres Medium der Katzensprache. Nach vorn gerichtete Ohren bedeuten in der Körpersprache der Katzen Entspannung. Richten Katzen die Ohren gerade auf, hat gerade etwas ihre Aufmerksamkeit erregt. Lauschen die Miezen auf Geräusche, können sie ihre Ohren flexibel in alle Richtungen drehen. Nach hinten gedrehte Ohren sind eine Drohgebärde. Angelegte Ohren deuten in der Körpersprache der Katzen auf Angst oder Angriffshaltung hin.

Körpersprache: Was der Katzenschwanz aussagt

Die Katzensprache bedient sich des ganzen Körpers. Wer seine Mieze verstehen möchte, sollte daher auch auf ihre Schwanzhaltung und das Fell achten. Sträubt die Katze ihr Fell, ist dies ein deutliches Zeichen von Angst, Wut oder Ärger. In der Katzensprache bedeutet dies so viel wie „Bleib weg, oder es setzt was!“ Die Katze macht sich größer, als sie ist, um ihr Gegenüber zu beeindrucken und möglichst in die Flucht zu schlagen.

Die Schwanzstellung ist ein weiteres wichtiges Mittel der Körpersprache. Ist die Katze entspannt, hängt der Schwanz herunter, die Spitze ist leicht nach oben gebogen. Waagerecht gestellt, deutet er auf freundliche Stimmung hin. Ein schräg nach oben aufgestellter Katzenschwanz ist in der Katzensprache ein Hinweis auf gute Laune und Aufmerksamkeit. Zittert der Schwanz leicht und schnell, ist die freudig Katze aufgeregt. Peitscht er dagegen hin und her, steht dies in der Katzensprache für Unentschlossenheit und Irritation aus. Kräftiges Peitschen kann auf Angriffslust hindeuten. Zieht die Katze den Schwanz ein, unterwirft sie sich.

Wer Katzensprache richtig deuten möchte, tut gut daran, gleichermaßen auf die Lautsprache wie auf die Körpersprache zu achten. Erst die Kombination zeigt meist, was die Mieze wirklich sagen will.

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