Maine Coon – lustige Waschbären in Katzenform

Sie sind als sanfte Riesen bekannt: Die Maine Coon, von ihren Fans liebevoll Coonie genannt, gehört zu den größten Katzenrassen der Welt. Mit ihrem löwenhaften Kopf, den luchsartigen Ohrpinseln und ihrem halblangen Fell stellt sie eine imposante Erscheinung dar. Hinter diesem Äußeren verbirgt sich eine sehr liebevolle, anhängliche und bis ins hohe Alter verspielte Katze

Maine Coon

Die Geschichte der Maine Coon

Der Name der Maine Coon verrät bereits, woher diese Katzenrasse stammt: Sie kommt aus Maine im Nordosten der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Jahr 1985 ernannte der Bundesstaat Maine sie sogar zur Staatskatze. Wie auch die Sibirische und die Norwegische Waldkatze gehört die Maine Coon zu den Naturrassen. Das bedeutet, die Katzenrasse hat sich ohne Zutun des Menschen entwickelt. Seit einigen Jahrzehnten wird sie jedoch gezielt gezüchtet.

Den Namen Maine Coon verdankt diese Katzenrasse weiterhin der Tatsache, dass ursprüngliche Tier mit ihrem langem Fell, der getigerten Zeichnung und dem buschigen Schwanz an Waschbären erinnern. Zu früheren Zeiten ging sogar das Gerücht um, die Maine Coon sei aus einer Kreuzung zwischen Katze und Waschbär hervorgegangen. An diesem Gerücht ist natürlich nichts dran.

Es ranken sich aber noch weitere Legenden um die Entstehung der majestätischen Katzen: Die französische Königin Marie Antoinette soll langhaarige Katzen in die USA gebracht haben, wo sie sich mit einheimischen Katzen paarten. Einer anderen Legende zufolge stammen Maine Coons von den langhaarigen Schiffskatzen eines gewissen Kapitän Coon ab. Andere wiederum glauben, mit den Wikingern seien um 1000 v. Chr. herum Norwegische Waldkatzen in die USA gekommen, aus denen dann die Maine Coon hervorgegangen sei. Vermutlich waren tatsächlich langhaarige Katzen von Einwandern an der Entstehung der sanften Riesen beteiligt.

Bereits Mitte des 19. Jahrhundert erfreut sich die Maine Coon großer Beliebtheit. Als geschickter Jäger hält sie die Höfe frei von Ungeziefer, auf Landwirtschaftsmessen küren die Besucher die schönste Maine-Katze. Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es erste professionelle Zuchtbemühung. Nach dieser ersten Hochphase gerät die Maine Coon aber in Vergessenheit. Erst in den 1950er Jahren beginnen Züchter und Liebhaber, für die erneute Anerkennung der Rasse zu werben. Es soll aber noch bis 1983 dauern, bis auch die FIFé die Maine Coon wieder in ihre Liste der Rassekatzen aufnimmt.

Die Zucht baut auf sogenannten Foundation-Tieren auf, ursprünglichen Bauernhofkatzen, die gewünschte Rassemerkmale zeigen. Die Zucht der Maine Coon beruht auf drei Anfangslinien und fünf daraus hervorgegangenen Tieren. Diese fünf Tiere finden sich im Stammbaum jeder Maine Coon.

Das Erscheinungsbild der Maine Coon

Die hervorstechendsten Merkmale der Maine Coon sind ihr halblanges Fell und ihre Größe. Ausgewachsene weibliche Katzen wiegen zwischen 4,5 und 6 kg, Kater zwischen 6 und 9 kg. In Einzelfällen können Kater auch bis zu 12 kg schwer werden und von der Nasen- bis zur Schwanzspitze über 1,20 m messen. Einige Zuchtverbände und Züchter legen mehr Wert auf Größe als andere, daher gibt es kleinere Linien und welche mit wahrhaft riesenhaften Katzen.

Das halblange Fell ist dicht und wasserabweisend. Laut Rassestandard sind kleine Luchspinsel an den Ohren erwünscht, aber kein Muss. Zwischen den Zehen tragen Maine Coons sogenannte Schneeschuhe, kleine Fellbüschel. Das Sommerfell ist deutlich kürzer als das Winterfell. Im Winter tragen vor allem Kater einen ausgeprägten Backenbart und einen buschigen Schwanz. Erlaubt sind alle Fellfarben und Augenfarben, wie sich auch bei Hauskatzen vorkommen. Nicht zugelassen sind Chocolate, Lavender, Amber, Caramel, Cinnamon und Chinchilla sowie Colorpoint Katzen.

Der Körperbau ist muskulös und rechteckig, mit breiter Brust. Der Kopf sollte laut Rassestandard etwas länger als breit sein, fast quadratisch, mit breiter Schnauze. Die großen, leicht ovalen Augen stehen weit auseinander. Die Ohren sind groß und am Ansatz breit.

Das Wesen der Maine Coon

Die Maine Coon gilt als extrem freundliche Katze. Im Umgang mit Menschen ist sie besonders anhänglich und folgt ihrem Halter treu, was ihr den Spitznamen „Hundekatze“ eingebracht hat. Ihr freundliches und geduldiges Wesen macht sie zur idealen Familienkatze. Da sie sehr gesellig ist, sollte sie nicht als Einzelkatze gehalten werden. An Hunde gewöhnen sich Maine Coons in der Regel ebenfalls schnell.

Die Maine Coon ist ein echter Spätentwickler und erst mit drei Jahren ausgewachsen. Auch danach bleibt sie bis ins hohe Alter verspielt. Viele der intelligenten Katzen lernen das Apportieren. Sehr gern benutzen Maine Coons ihre Pfoten, zum Beispiel beim Fressen. So lernen sie auch Türen zu öffnen. Maine Coons spielen zudem recht gern mit Wasser. Sie sind zwar keineswegs so gesprächig wie beispielsweise die Siamkatze, unterhalten sich aber doch gern mit ihren Menschen. Dabei gurren sie meist eher, als das sie maunzen.

Bekannte Krankheitsanfälligkeiten der Maine Coon

Viele Tiere, die zu Beginn der geplanten Zucht eingesetzt wurden, waren polydaktyl, das heißt mehrzehig. Die Fehlbildung ist ungefährlich, in Deutschland verbietet das Tierschutzgesetz jedoch die Zucht mit vielzehigen Tieren. In anderen Ländern darf zwar mit polydaktylen Tieren gezüchtet werden, auf Ausstellungen sind sie jedoch nicht erwünscht. Daher kommt die Fehlbildung immer seltener vor.

Ein häufiges gesundheitliches Problem der sehr großen Katzen ist die Hüftdysplasie. Zu den erblich bedingen Krankheiten der Maine Coon zählen die hypertropher Kardiomyopathie (HCM), die spinale Muskelatrophie (SMA) und Nierenerkrankungen. Seriöse Züchter lassen ihre Tiere soweit möglich auf diese Krankheiten testen und setzen kranke Tiere nicht zur Zucht ein. Der Rückgriff auf Foundation Tiere soll den Genpool der Maine Coon vergrößern und die Häufigkeit von Erbkrankheiten verringern.

Haltung und Pflege der Maine Coon

Die intelligente und soziale Maine Coon braucht im Alltag unbedingt ausreichend Zuwendung und Beschäftigung. Sie freut sich über den Zugang zu einem gesicherten Balkon oder zum Garten. In ruhigeren Wohngegenden genießen sie auch Freigang. Den robusten Coonies machen dabei weder Regen noch Schnee etwas aus. Hitze mögen sie allerdings weniger. Im Haus benötigen die großen Katzen ebenfalls ausreichend Platz zum Spielen und Toben. Kratzbäume sollten an die Größe und das Gewicht der Tiere angepasst sein.

Das halblange Fell ist wenig pflegeintensiv. Im Sommer reicht es aus, die Katze etwa zweimal pro Woche zu bürsten. Während des Fellwechsels braucht die Maine Coon etwas mehr Unterstützung bei der Fellpflege. Tägliches Bürsten und Kämmen ist während dieser Zeit sinnvoll.

Eingestellt von
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