Katzenminze und ihre Wirkung auf Katzen

Katzenminze übt eine geradezu magische Anziehungskraft auf Samtpfoten aus. Miezen wälzen sich in ihr, reiben ihr Köpfchen an Blüten und Blättern und knabbern die Pflanzen auch gerne mal an. Ihren Namen trägt die Staudenpflanze nicht umsonst. Aber woher kommt die anziehende und berauschende Wirkung der Katzenminze? Und wie können Katzenhalter sich diese zunutze machen?

katzenminze

Was ist Katzenminze?

Die Katzenminze (Nepeta) ist ein Staudengewächs aus der Familie der Lippenblütler. Ursprünglich stammen die Pflanzen aus Asien und Nordafrika, einige Arten kommen auch in den Bergregionen des tropischen Afrikas vor. Heute gibt es zwischen 250 und 300 Arten, die längst auch in Europa heimisch geworden sind. Vom Mittelmeer bis in den Norden wächst sie wild. Auch in Nord- und Südamerika hat sich die Pflanze mittlerweile verbreitet.

Die stärkste Wirkung auf Katzen übt die weißblütige Echte Katzenminze aus. Als Zierpflanze beliebt ist vor allem die blau blühende Hybrid-Katzenminze, deren Effekt auf Katzen jedoch etwas schwächer ausfällt. Als Heilpflanze war die Staude bereits in der Antike bekannt, Tee und Aufgüsse aus Katzenminzeblättern wurden zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Die in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle wirken krampflösend und schmerzlindernd. Geraucht wirken die Blätter leicht berauschend.

Wie wirkt Katzenminze auf Katzen?

Während Menschen die Katzenminze als Zier- und Heilpflanze schätzen lernten, blieb auch ihre Wirkung auf Katzen nicht unbemerkt. Erwachsene Samtpfoten fühlen sich magnetisch von den Stauden angezogen und wälzen sich nur zu gerne in ihren Blättern. Getrocknete Blätter üben eine ähnliche Wirkung aus. Übrigens lieben nicht nur Stubentiger die Katzenminze: Auch Großkatzen wie Löwen und Panther können den duftenden Blättern nicht widerstehen.

Aber woher kommt diese Wirkung? Katzenminze enthält ein Alkaloid namens Actinidin. Dieses ähnelt einer Substanz, die geschlechtsreife Kätzinnen mit ihrem Urin ausscheiden. Daher fühlen sich erwachsene, geschlechtsreife Katzen von der Katzenminze so angezogen – ganz gleich, ob sie kastriert oder potent sind. Auf Kater übt der Duft dementsprechend eine etwas stärkere Anziehungskraft aus, weibliche Katzen mögen die Staudenpflanze jedoch ebenfalls. Auf jüngere und sehr alte Katzen wirkt Katzenminze dagegen weniger anziehend.

Experten gehen davon aus, dass der Duft der Staude auf Katzen berauschend wirkt und je nach Situation anregen, aber auch entspannen kann. Für die Pflanze hat ihre spezifische Wirkung übrigens einige Vorteile: Wälzen sich Katzen in den Blättern der blühenden Pflanze, bleiben dabei kleine Samenkapseln, die sogenannten Klausenfrüchte, im Fell haften. Geht die Katze wieder ihrer Wege, fallen die Klausenfrüchte aus dem Fell. Auf diese Weise kann sich die Staude weit über ihren Standort hinaus verbreiten.

Ist Katzenminze wirklich ungefährlich?

Die Katze reibt und wälzt sich in den Blättern, schnurrt und starrt mit leerem Blick in die Gegend. Einige Katzen speicheln oder knurren leise vor sich hin. Andere Miezen springen plötzlich auf und rasen von einem Zimmer in das andere. Das entrückte oder im Gegenteil sehr angeregte Verhalten ihrer Miezen lässt manche Katzenhalter befürchten, dass die Pflanze für ihren kleinen Liebling giftig sein könnte. Dabei müssen sie sich keine Sorgen machen: Katzenminze ist vollkommen ungiftig. Auf einige Tiere wirkt die Pflanze jedoch zu stark euphorisierend. Wird die Katze durch Katzenminze aggressiv, sollte man ihr die Blätter lieber nicht geben. Baldrian und Geißblatt sind Alternativen, die ebenfalls eine berauschende Wirkung auf Miezen ausüben.

Alle anderen Miezen dürfen die betörende Wirkung der Katzenminze jedoch genießen. Es gibt aber auch Katzen, die zeigen sich vom Kontakt mit der Pflanze gänzlich ungerührt. Auch das ist kein Grund zur Sorge: Etwa 30 Prozent aller ausgewachsenen Katzen reagieren nicht merklich auf Katzenminze. Vermutlich fehlen ihnen die nötigen Rezeptoren für das enthaltene Actinidin.

Katzenhalter können die Wirkung der Katzenminze gezielt einsetzen

Die betörende Wirkung der Katzenminze können Halter von Stubentigern gezielt einsetzen. Sehr nervöse Katzen kann der spezifische Duft beruhigen. Liegt die Mieze dagegen den ganzen Tag faul auf dem Sofa, regt Katzenminze ihren Spieltrieb an.
Im Handel gibt es zahlreiches Katzenspielzeug, das entweder mit Katzenminze behandelt oder mit den getrockneten Blättern gefüllt ist. Häufig werden diese Spielsachen mit dem englischen Begriff „Catnip“ gekennzeichnet. Kleine Catnip-Säckchen werden von den Miezen gerne genutzt, um sich ausgiebig daran zu reiben und damit zu schmusen. Neben Spielzeug werden auch Catnip-Leckerlis angeboten. Diese sind nun nicht gesünder oder ungesünder als andere Leckerchen auch und sollten nur in Maßen verfüttert werden.

Catnip lässt sich auch in der Erziehung einsetzen. Der neue Kratzbaum wird nicht angenommen? Oder wetzt die Katze ihre Krallen lieber am Sofa? Dann kann es helfen, die Kratzstämme mit etwas getrockneter Katzenminze einzureiben. Im Haustierbedarf gibt es auch Catnip-Tropfen, die eine ähnliche Wirkung haben. Der Kratzbaum wird durch diese Behandlung attraktiver, das Sofa hat Ruhe. Auf diese Weise lässt sich auch wieder Interesse an altem Spielzeug wecken.

Hat die Katze Angst vor der Transportbox, kann Catnip ebenfalls helfen, diese Ängste abzubauen. Einfach einige getrocknete Blätter in die Box streuen, um die Katze hinein zu locken. Diese Methode probiert man am besten aus, bevor ein Termin beim Tierarzt ansteht. So lernt die Katze, die Box mit etwas Positivem zu verknüpfen und ist beim Transport entspannter.

Katzenminze selber anpflanzen

Wer seiner Katze auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon ein Bad in Katzenminze gönnen möchte, kann die Stauden einfach selber anpflanzen. Etwa 20 Nepeta-Arten finden als Zierpflanze im Garten Verwendung. Im Gartenfachhandel und Gärtnereien sind Samen sowie junge Stauden erhältlich. Die Staudengewächse mögen eher sandige Böden, brauchen nicht allzu viel Feuchtigkeit und sind allgemein eher anspruchslos und pflegeleicht. Einige asiatische Arten wachsen auch auf feuchten, nährstoffreichen Böden heran. An geeigneten, sonnigen Standorten können sie sich zu beeindruckenden Büschen entwickeln. Auch als Kübelpflanze gedeihen sie gut.

Katzenminze erreicht je nach Sorte im Freiland Wuchshöhen von 20 bis zu 150 Zentimeter. Wer die Blätter ernten will, sollte warten, bis die Stängel eine ausreichende Länge erreicht haben. Bei größer wachsenden Pflanzen sollten sie mindestens 45 cm hoch sein. Dann lassen sich die Blätter abzupfen und trocknen. So hat man immer einen persönlichen Catnip-Vorrat zuhause.

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