Haarlinge – lästiger Juckreiz durch Ektoparasiten

Auch Katzen können Läuse bekommen. Haarlinge gehören zur Gattung der Kieferlaus, eine Art der kleinen Parasiten hat sich auf Katzen spezialisiert. Die Ektoparasiten saugen zwar kein Blut, lösen bei der Katze aber dennoch starken Juckreiz und Unruhe aus. Da sie zudem Krankheiten übertragen können, ist eine schnelle Behandlung Pflicht.

Haarlinge

Was sind Haarlinge?

Haarlinge sind flügellose Ektoparasiten, die auf der Haut ihres Wirtes leben. Sie gehören zur Gattung der Kieferlaus. Die Gattung Felicola subrostratus ist dabei die einzige Lausart, die Katzen befällt. Als wirtspezifischer Parasit springen Katzenhaarlinge nicht auf andere Tiere oder den Menschen über.

Von den bekannten Kopfläusen unterscheiden sich Haarlinge durch ihre bevorzugte Nahrung: Sie saugen kein Blut, sondern ernähren sich von Hautschuppen und Wundsekret. Zudem haben sie einen breiteren Kopf als herkömmliche Läuse. Sie sind etwa so groß wie ein Sesamkorn, haben einen flachen Körper und sind von hellgelber Farbe. Die sechs Beine laufen in kräftigen Klauen aus, mit denen Haarlinge sich im Fell festklammern. Die Larven unterscheiden sich kaum von adulten Tieren. Aufgrund ihrer Größe sind sie mit bloßem Auge zu erkennen.

Haarlinge vermehren sich rasant: Alle zwei bis drei Tage kleben die Weibchen ein länglich-ovales Ei ans Haar. Nach fünf bis acht Tagen schlüpfen die Larven. Nach drei Häutungen sind die Larven geschlechtsreif und pflanzen sich ebenfalls fort.

Welche Katzen sind gefährdet?

Haarlingsbefall tritt bei Katzen wesentlich seltener auf als ein Befall mit Flöhen oder anderen Ektoparasiten. In Studien konnte er nur bei einem Prozent verwildert lebender Katzen nachgewiesen werden. Betroffen sind vor allem verwahrloste Tiere und kraftlose, immunschwache Katzen. Bei den Würfen wildlebender Katzen kann schnell ein Massenbefall auftreten, insbesondere in den Wintermonaten, wenn weniger Futter zur Verfügung steht und das Immunsystem der Kitten geschwächt ist.

Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit einer befallenen Katze. Seltener können Katzen sich über Kämme, Spielzeug und Schlafplätze anstecken. Hin und wieder übertragen auch Fliegen und Mücken die Parasiten, die sich an den Insekten festklammern.

Welche Symptome lösen Haarlinge aus?

Haarlinge sitzen vor allem am Kopf, am Hals und am Rücken ihres Wirtes. Krabbeln sie im Fell umher, löst dies einen starken Juckreiz aus. Die Katze wird unruhig, kratzt und putzt sich vermehrt. Das ständige Kratzen kann zu Hautveränderungen, Irritationen und Verletzungen führen. Das Fell wirkt rau und stumpf. Bei starkem Befall kommt es teilweise zur Bildung von Ekzemen und zu Haarausfall. Es bilden sich Krusten auf der Haut, aufgekratzte und wundgebissene Stellen können sich entzünden. Der Befall bedeutet für die Katze außerdem Stress.

Haarlinge sind aber nicht nur unangenehm, sie sind auch ein Zwischenwirt für den Gurkenbandwurm. Fressen die Katzen einen Haarling, können sie sich mit dem Bandwurm anstecken. Auch bakterielle Infektionen werden durch die Parasiten übertragen.

Wie wird die Katze Haarlinge wieder los?

Sowohl Haarlinge als auch ihre Eier lassen sich mit bloßem Auge im Fell der Katze erkennen. Zeigt die Katze Symptome wie starken Juckreiz und Unruhe, sollten Halter daher zunächst das Fell in Augenschein nehmen. Krabbeln dort kleine Parasiten herum, führt der nächste Weg zum Tierarzt.

Oft erkennen Tierärzte einen Haarlingsbefall auf den ersten Blick. Für eine eindeutige Diagnose sollte die Untersuchung der Parasiten unter dem Mikroskop erfolgen. Lassen sich die Parasiten und ihre Nissen in besonders dichtem Fell nicht nachweisen, kann eine Kotprobe Aufschluss bringen. Beim Putzen nehmen Katzen Haarlinge auf. Deren kräftiger Chitinpanzer übersteht die Magensäure der Katze, weswegen die Parasiten wieder ausgeschieden werden.

Die Behandlung erfolgt mit Spot-on-Präparaten, die auch zur Behandlung von Flöhen eingesetzt werden. Die Mittel werden im Nacken der Katze aufgetragen. Über die Haut verteilt sich der Wirkstoff im gesamten Organismus. Die Präparate töten Haarlinge innerhalb von 48 Stunden ab – allerdings nur erwachsene Tiere, keine Nissen und Larven. Um alle Haarlinge zu erwischen, muss die Behandlung daher nach ein bis zwei Wochen wiederholt werden. Da Haarlinge Würmer übertragen können, empfiehlt der Tierarzt in der Regel eine zusätzliche Entwurmung.

Während der Behandlung sollten Katzen täglich gekämmt und gebürstet werden, um Nissen aus dem Fell zu entfernen. Gegen den Juckreiz und wunde, entzündete Haut kann der Tierarzt geeignete Pflegepräparate verschreiben, die auf Haut und Fell aufgetragen werden.

Eine gute Nachricht für Katzenhalter: Anders als bei Flohbefall ist keine spezielle Umgebungsbehandlung nötig. Haarlinge überleben nur kurze Zeit außerhalb ihres Wirtes. Ein regelmäßiges Reinigen von Kämmen und Bürsten sowie gründliches Absaugen oder Waschen der Lieblingsschlafplätze reichen aus. Zudem müssen Menschen sich keine Sorgen machen, selbst von Katzenhaarlingen befallen zu werden.

Können Katzenhalter einem Befall mit Haarlingen vorbeugen?

Haarlinge befallen zwar meist verwilderte Katzen, aber auch gepflegte Tiere können sich bei direktem Kontakt mit befallenen Miezen anstecken. Jetzt können die Halter von Freigängern nur schwer kontrollieren, mit wem sich ihre Katzen draußen treffen. Daher ist regelmäßige und gründliche Fellpflege wichtig. Beim Kämmen und Bürsten fallen die Parasiten für gewöhnlich schnell auf.

Bringt eine Katze Haarlinge mit, sollte sie wenn möglich von nicht befallenen Katzen separiert werden, um eine Ansteckung zu vermeiden.

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